Kunst erleben in der Nachbarschaft

Anschauungsunterricht in zwei nahe gelegenen Museen bekamen jetzt 15 Schülerinnen und ein Schüler des Differenzierungskurses Kunst und Geschichte. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen, Frau Guindon und Frau Pruß, besuchten die Neuntklässler zunächst am 10. Januar das Kunstmuseum Gelsenkirchen. Am 29. Januar folgte dann eine Exkursion zum Quadrat in Bottrop. Beide Aktionen fanden statt im Rahmen des Vermittlungsprojektes Ruhr-Kunst-Nachbarn, das sich speziell an Jugendliche richtet.

  1. Kunstmuseum Gelsenkirchen

Im Museum Gelsenkirchen, das in Sichtweite neben unserer Schule liegt, führte Leiterin Leane Schäfer die Gruppe durch das Haus. Im Ausstellungsgespräch wurden Bezüge zu konkreter und kinetischer Kunst herausgearbeitet. Im anschließenden praktischen Teil hatten die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, mit einer Folienzeichnung räumliche Strukturen in die Fläche zu überführen: Gezeichnete Stadt-  und Architekturansichten sollten zu einer großen Collage arrangiert werden.

Den Jugendlichen gefielen im Gelsenkirchener Museum besonders gut: die Ausstellung in der alten Villa „Ohne Pinsel“ von Peter Reichenberger (Malerei mit dem Fingerabdruck), die Umrisszeichnungen sowie die bunten Wände. In der Kinetik-Ausstellung faszinierte sie vor allem der „Dunkle Raum“, in diesem Teil des Museum hätten die Schülerinnen und Schüler auch gerne noch mehr Zeit verbracht. Dass sie vieles selber ausprobieren durften, kam bei den Neuntklässlern gut an, dass man nicht alles anfassen durfte, weniger.

  1. Kunstmuseum Quadrat (Josef Albers Museum) in Bottrop

Dieses Haus ist vorrangig den Werken von Josef Albers gewidmet: zahlreiche Quadrate in unterschiedlichen Größen und Farben. Schaut man genau hin, findet man quadratische Formen auch in der Architektur von Gebäuden und an anderen Stellen im Stadtraum. Ausgestattet mit einem thematisch passenden Forschungsauftrag, suchten die Leibniz-Schülerinnen und -Schüler im Josef Albers Museum nach Quadraten im Innen- und Außenraum. Sie trugen ihre Beobachtungen zusammen und zeichneten architektonische Bauformen.

Auch im Josef Albers Museum kam von den Jugendlichen viel positives Feedback, insbesondere für das Entdecken von Quadraten, Zeichnen auf Folien und die angegliederte frühgeschichtliche Ausstellung mit dem imposanten Mammut-Skelett. Einige kritisierten den relativ langen Anfahrtsweg in die Nachbarstadt Bottrop. Später, beim Unterricht im heimischen Kunstraum, hatten die Schülerinnen und Schüler sichtlich Spaß daran, aus den Collagen ein großes Gesamtwerk zu schaffen.

Zum Projekt:

Die Schulaktion, an der sich auch der Differenzierungskurs Kunst und Geschichte des Leibniz-Gymnasiums beteiligt, ist hervorgegangen aus dem Netzwerk RuhrKunstMuseen. Hierzu haben sich die zwanzig Kunstmuseen des Ruhrgebiets anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 2010 zusammengeschlossen. Sie organisieren gemeinsame Ausstellungs- und Vermittlungsprojekte, die auch über die Region hinaus Aufmerksamkeit finden. Seit 2017 soll die neue Kampagne RuhrKunstNachbarn, die von der Stiftung Mercator gefördert wird,

die Zusammenarbeit der Museen im Revier noch verstärken. Innerhalb von drei Schulhalbjahren sollen bis zu 15.000 Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Städten von diesem Angebot profitieren, die Kunstmuseen der Region und ihre vielfältigen Sammlungen intensiv kennenlernen. Für die Schülerinnen und Schüler und deren Familie ist ab jetzt der Eintritt in sämtliche RuhrKunstMuseen frei (für die Lehrerinnen auch).

Zum WAZ-Artikel

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