Meine Zeit in der JuniorAkademie NRW 2026

In den Sommerferien durfte ich an der zehntägigen JuniorAkademie NRW im Schloss Loburg in Ostbevern teilnehmen. Ich bedanke mich herzlich bei Frau Winkelmann und Frau Rüfer, die mich bei der Nominierung und dem Bewerbungsverfahren unterstützt haben. Meine Freude war groß, als ich die Zusage für einen der begehrten Akademieplätze erhielt. Besonders glücklich war ich darüber, einen Platz in dem englischsprachigen Kurs „Nanotechnology“ bekommen zu haben, der mein Erstwunsch gewesen ist.

Bereits vor dem Beginn der Akademie mussten wir Präsentationen zu uns zugeteilten Themen vorbereiten. Bei mir ging es um den Vergleich von Raster- und Transmissionselektronenmikroskopen. Die Vorträge wurden selbstverständlich auf Englisch vorbereitet, da die gesamte Akademie auf Englisch stattfand. Als die Sommerferien begannen, stiegen nicht nur die Temperaturen, sondern auch meine Nervosität.

Am Tag der Ankunft wurde ich freundlich von meinem Kursleiter begrüßt und ich konnte mir ein Einzelzimmer aussuchen. Nach der Eröffnungsveranstaltung verschwand durch die gute Atmosphäre und die Motivation aller 63 Teilnehmenden die Aufregung schnell und ich lernte meine beiden Dozenten - einen britischen Chemiker und einen deutschen Physiker - und die anderen 15 Kursteilnehmenden kennen. Neben meinem Kurs „Nanotechnology“ wurden noch die Kurse „Investigate the Physical Universe“, „The Flip Side of Climate Change“ und „Acoustics - Maths meets Music“ angeboten.

Jeder Akademietag war genaustens getaktet. Bei mir sah er so aus:

06:30 - 07:00 Uhr: Frühsport (freiwillig)

07:30 - 08:20 Uhr: Frühstück

08:30 - 09:00 Uhr: Assembly

09:00 - 12:30 Uhr: Erste Kursschiene „Nanotechnology“

12:30 - 13:50 Uhr: Mittagessen

14:00 - 15:45 Uhr: Chor

16:00 - 18:00 Uhr: Zweite Kursschiene „Nanotechnology“

18:00 - 19:00 Uhr Abendessen

19:10 - 20:20 Uhr: Orchester

20:30 - 21:40 Uhr: KüAs (Kursübergreifende Angebote)

22:00 Uhr: Bedtime-Check und Nachtruhe

Die Kursschienen in „Nanotechnology“ haben mir am besten gefallen. An den ersten beiden Tagen haben wir uns gegenseitig unsere Präsentationen vorgestellt und so einen ersten thematischen Einstieg erhalten. Danach wurden spannende Experimente durchgeführt und verschiedene Projekte gemeinsam bearbeitet. Wir haben Feuer gespuckt, den Lotus-Effekt getestet, ein Atomic Force Microscope mit Legosteinen und einem Laserpointer nachgebaut, mit Memory Metal experimentiert, Kohlenstoff in verschiedenen Formen nachgebaut (z. B. als Nanoröhrchen, Fullerene oder Graphen) und vieles mehr. Das Verstehen des Orbital-Modells und der verschiedenen Hybridisierungsformen war bei den heißen Temperaturen auf Englisch herausfordernd, aber auch sehr spannend.

Unser Dozent lockerte den Unterricht stets mit seinen beliebten „Peter-Witzen“ auf. Wenn wir Probleme mit der Aussprache hatten, stand er uns mit Rat und Tat zur Seite: „So, if you don’t know whether it’s graphiiite or graphite, I will fight you!“

Ein Witz für etwas Fortgeschrittene: So, if there’s pi(e) for lunch, ask: „Where is the bond?“

Und ein Klassiker für jeden:
„A sodium ion enters a bar.
Barkeeper: Hey, what’s up? You look so upset?
Sodium ion: I’ve lost an electron.
Barkeeper: So, now you’re positive!“

Und hier die Frage, die mir Peter um 22.15 Uhr bei der Zimmerkontrolle stellte:

Peter: What’s a nanosecond?
Johann: One billionth of a second?
Peter: No! The time it takes the German driver behind you to honk when the traffic light turns green and you haven’t left yet! Good night!

Auch war es amüsant zu beobachten, dass sich Chemiker und Physiker in ihrer Sichtweise auf die Welt nicht immer ganz einig sind.

In der Mitte der Akademiezeit gab es einen Rotationday, bei dem wir den anderen Gruppen unsere Arbeiten vorstellen konnten und auch Einblicke in die Arbeit der anderen Kurse bekamen. Die beiden musikalischen Schienen gefielen mir ebenfalls sehr. Im Chor sangen wir Stücke wie „Believer“ und „Ordinary“ und im Orchester spielten wir „Pirates of the Carribean“ und „Viva la Vida“ von Coldplay. In der KüA-Schiene wurden von allen Teilnehmenden selbst organisierte Workshops zu vielen interessanten Themen angeboten.

An den letzten beiden Tagen bereiteten wir im Kurs unsere kurzweilige Abschlusspräsentation vor, die wir dann am letzten Nachmittag in der gut gefüllten Aula vor den Eltern und Vertretern des Schulministeriums über die gelernten Inhalte - natürlich auf Englisch - gehalten haben. Es war ein feierlicher Rahmen mit Beiträgen des Chors und Akademieorchesters, in dem wir auch unsere Urkunden überreicht bekamen. Am Ende blieb mir nur zu sagen: Schade, dass die Akademie schon vorbei ist! Ich habe nicht nur neues Wissen erworben, sondern viele nette und engagierte Menschen aus ganz NRW kennengelernt und wertvolle Erfahrungen darin gesammelt, wie man fachliche Herausforderungen gemeinsam erfolgreich meistern kann. Die Tage in der JuniorAkademie waren für mich eine wunderschöne und bereichernde Zeit, an die ich mich immer gerne erinnern werde!!!

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