Schwimmförderung

„Wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, sollte man schwimmen, nicht trinken lernen“ Billy Graham

Die Zahl der Nichtschwimmer nimmt in Deutschland jährlich zu und damit steigt auch die Gefahr von Badeunfällen in der Freizeit. Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken, engagieren wir uns dabei, unseren Schülerinnen und Schülern in der Unterstufe das Schwimmen beizubringen, so dass auch Nichtschwimmer mit dem Übergang in die Mittelstufe das Schwimmen sicher beherrschen.

In unserem Leitbild findet sich das Schwimmförderkonzept vor allem im zweiten Leitsatz „Die Lernenden im Blick“ wieder: Wir schaffen Bedingungen, um allen Schülerinnen und Schülern in ihrer Persönlichkeit und ihrem Leistungsvermögen gerecht zu werden. Unser Ziel ist es, den Schülern der Unterstufe das Schwimmen beizubringen, so dass eine Teilnahme am regulären Schwimmunterricht möglich wird. Aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen der zu fördernden Schüler passen wir uns deren individuellen Leistungsvoraussetzungen unter den gegebenen Sicherheitsaspekten im Schwimmbad bestmöglich an. Die Überprüfung der Schwimmfähigkeit aller Kinder der Jahrgangsstufe 5 und die damit verbundene Einteilung in möglichst homogene Leistungsgruppen ist die Voraussetzung für den Schwimmerfolg der Lernenden. Die kleine Gruppe schafft Vertrauen untereinander, aber auch eine individuelle und zielgerichtete Förderung des Einzelnen, um schnelle Erfolge als Motivationsanreiz zu setzen. Diese Ausführungen finden sich auch im vierten Leitsatz: „Vielfalt als Chance“ wieder. Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten sind hier eine enge kollegiale Zusammenarbeit zwischen den Sportlehrern und den Schwimmförderkurslehrern. Dies ist vor allem dann von Nöten, wenn die Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 6 im regulären Schwimmunterricht nicht mithalten können und noch ein wenig Sicherheit im Schwimmförderkurs gewinnen müssen.

Voraussetzung für die Teilnahme am regulären Schwimmunterricht

Gemäß des Lehrplans Sport findet der einstündige Schwimmunterricht in Klasse 6 im Hallenbad Buer statt. Die allgemeine Schwimmfähigkeit sollte mit dem Übergang an die weiterführende Schule bei allen Schülerinnen und Schülern vorliegen. Spätestens aber muss die Schwimmfähigkeit bis zum Ende des Schuljahres der Klasse 5 erreicht werden, wobei sie nicht automatisch durch den Besitz eines Schwimmabzeichens gewährleistet ist.

Voraussetzung für die reguläre Teilnahme am Schwimmunterricht sind das sichere Bewältigen mehrerer 25m-Bahnen im Brustschwimmen. Ein Sprung ins Wasser, das Tauchen und das damit einhergehende Heraufholen eines Gegenstandes sowie anderer Elemente aus den Schwimmabzeichen sind nicht zwingend notwendig. Eine Bewältigung einer oder mehrerer Bahnen in Bauch- oder Rückenlage stellt keine adäquate Schwimmfähigkeit dar. Ein Fußsprung in das Schwimmerbecken wäre wünschenswert, stellt aber keine Voraussetzung dar, da über eine Leiter in das Wasser geklettert werden kann. Die Schülerinnen und Schüler müssen aber mittig im Schwimmbecken ohne Kontakt zum Beckenrand sicher und ausdauernd schwimmen können, da nicht immer die Randbahnen für die jeweilige Klasse zur Verfügung stehen. Ebenfalls wünschenswert wäre die Ausatmung ins Wasser, sprich die Absenkung des Kopfes ins Wasser, um einerseits die Bauchlage im Wasser deutlich zu verbessern, aber auch um Rücken- und Nackenschmerzen entgegen zu wirken, die durch eine Hohlkreuzstellung im Wasser verursacht wird.

Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse gehen im Klassenverband zum Schwimmunterricht. Meist sind während der uns vorgegebenen Schwimmzeiten mehr als eine Klasse im Schwimmbad, so dass sich sehr viele Schüler gleichzeitig im Wasser befinden.

Die Sicherheitsrichtlinien für das Schulschwimmen schreiben vor, dass sich während der Aufsicht durch eine Lehrperson Schwimmer und Nichtschwimmer nicht im selben oder in unterschiedlichen Schwimmbecken aufhalten dürfen. Dies würde sonst eine ernstzunehmende Gefährdung der jeweiligen Schülerinnen und Schüler bedeuten, da eine angemessene und vor allem sichere Beaufsichtigung aller Schüler nicht mehr gewährleistet wäre.

Teilnahme am Schwimmförderkurs

Aus diesem Grund wird zu Beginn der Jahrgangsstufe 5 die Schwimmfähigkeit aller Schülerinnen und Schüler festgestellt. Dazu müssen alle Kinder der Jahrgangsstufe 5 an einem von uns festgelegten Termin mindestens 25 m in einer beliebigen Schwimmart, ohne Sprung ins Wasser, ihre Schwimmfähigkeit unter Beweis stellen. Der Sportlehrer sowie mindestens zwei weitere Sportkollegen nehmen die Überprüfung vor und beratschlagen aufgrund der Schwimmleistung, ob eine Teilnahme am Schwimmförderkurs verpflichtend ist. Zuvor fragt der Sportkollege innerhalb seiner Klasse ab, ob und über welches Schwimmabzeichen die Schüler verfügen. Auch wenn dies, wie oben erwähnt, kein Beweis der Schwimmfähigkeit darstellt, erlaubt es den Beteiligten eine erste Einordnung der Schwimmfähigkeit. Kinder, die nicht freiwillig im Schwimmerbereich vorschwimmen, werden nicht gezwungen, sondern können im Nichtschwimmerbereich ihre Fähigkeiten demonstrieren.

Im Anschluss erfolgt eine Einteilung der Teilnehmer in den Schwimmförderkurs. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren bewährt, die Gruppe so klein und leistungshomogen wie möglich einzuteilen. Je nach Anzahl der zu fördernden Kinder bekommen diejenigen Schülerinnen und Schüler, bei denen es vorrangig am Ausdauervermögen als an der Schwimmfähigkeit mangelt, den Auftrag, gemeinsam mit ihren Eltern schwimmen zu gehen, um Selbstsicherheit und Ausdauer zu trainieren. Diese Schüler werden zu Beginn des zweiten Halbjahres erneut überprüft, um zu beurteilen, ob sich die Ausdauer und die damit verbundene Schwimmsicherheit verbessert haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nehmen diese Kinder solange am Förderkurs teil, bis sich eine befriedigende Schwimmfähigkeit eingestellt hat. Über diese Aufforderung zum regelmäßigen Schwimmen sowie einer erneuten späteren Überprüfung werden die Eltern per Brief informiert.

Schülerinnen und Schüler, die über eine unzureichende Schwimmfähigkeit verfügen, aber über den Punkt der Wassergewöhnung hinaus sind, sind verpflichtet unverzüglich am Schwimmförderkurs teilzunehmen. Die Eltern sowie der Sportkollege und Klassenlehrer werden per Brief über die Teilnahme und den Zeitpunkt informiert.

Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer, die über keinerlei Wassererfahrung verfügen, müssen je nach Anzahl der zu fördernden Schüler der Jahrgangsstufe 5 an einem externen Schwimmkurs, wie zum Beispiel von der DRLG oder privaten Anbietern, teilnehmen. Sind im Jahrgang 5 wenige zu fördernde Schüler, wird die Schwimmfähigkeit von den Sportkollegen des Leibniz-Gymnasiums vermittelt. Die Teilnahme am Schwimmförderkurs ist wie in allen anderen oben genannten Fällen verpflichtend.

Eine Teilnahme am Schwimmförderkurs bleibt solange für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend, bis die zu unterrichtende Lehrkraft den Kindern eine ausreichende Schwimmfähigkeit attestiert. Dabei ist der Erwerb des Schwimmabzeichens keine Voraussetzung. Wird die Schwimmfähigkeit der Schüler nicht bis zum Ende des Schuljahres der Klasse 5 erworben, müssen die zu Fördernden weiterhin solange verpflichtend am Förderkurs Schwimmen teilnehmen. Diese Verpflichtung bleibt so lange bestehen, bis die entsprechende Lehrkraft dem Kind eine ausreichende Schwimmfähigkeit bescheinigt. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Benotung im Schwimmen in der Jahrgangsstufe 6 allerdings mit ungenügend bewertet.

Das Ziel des Schwimmförderkurses ist das sichere Bewältigen mehrerer 25m-Bahnen im Brustschwimmen. Ein Sprung ins Wasser, das Tauchen und das damit einhergehende Heraufholen eines Gegenstandes sowie anderer Elemente aus den Schwimmabzeichen sind nicht das Ziel des Förderkurses. Wie oben bereits erwähnt sind, während der uns vorgegebenen Schwimmzeiten, mehr als eine Klasse im Schwimmbad, so dass sich sehr viele Schüler gleichzeitig im Wasser befinden. Daher obliegt es zum einen der zu unterrichtenden Lehrkraft die Schwimmfähigkeit eines jeden Kindes zu beurteilen. Zum anderen muss durch den Förderschwimmlehrer sichergestellt werden, dass der zu fördernde Schüler den Ansprüchen im Schwimmunterricht genügt.

Organisation

Der Schwimmförderkurs findet nachmittags außerhalb des regulären Stundenplans im Hallenbad Buer statt. Die zur Verfügung stehenden Schwimmzeiten werden uns von der Stadt Gelsenkirchen nach vorheriger Bedarfsanmeldung gestellt. Auf der Grundlage der Schwimmzeiten sowie des Stundenplans wird der Schwimmkurs in der Regel von Herrn Matuschek oder Frau Hilkenbach geleitet.

Je nach Leistungsstand der Fördernden werden in den ersten Schwimmstunden Aufgaben aus der Wassergewöhnung sowie Wasserbewältigung durchgeführt. Im Anschluss daran lernen die Schülerinnen und Schüler unter Einbindung zahlreicher Schwimmhilfen das Brustschwimmen im Nichtschwimmerbereich. Nach und nach soll der Übergang in das Schwimmerbecken geschult werden.  Der Einsatz und die Reduzierung der Schwimmhilfen werden an dem individuellen Fortschritt der Kinder angepasst. Oberstes Ziel ist die sichere Bewältigung mehrerer 25m-Bahnen im Brustschwimmen ohne Schwimmhilfen. Sollte das zu fördernde Kind eine höhere Schwimmsicherheit in der Rückenlage aufweisen, ist das Ziel des Schwimmförderkurses diese Schüler über das Rückenschwimmen zum Brustschwimmen zu führen. Auch hier erfolgt der Lehrweg über das Gleiten in der Rückenlage zur Bauchlage.

Die zu unterrichtende Lehrkraft befindet sich gemäß Vorgaben entweder außerhalb des Wassers am Beckenrand, von welchem sie alle Schwimmer im Blick hat, oder sie führt (Teil-)Bewegungen oder Übungen im Wasser vor, während alle zu betreuenden Kinder außerhalb des Wassers am Beckenrand stehen. Die Lehrkraft muss über die nötigen fachlichen Voraussetzungen, die in den Rechtsgrundlagen zum Erlass „Sicherheitsförderung im Schulsport“ (3.1) geregelt sind, verfügen.

Die Schülerinnen und Schüler müssen den Richtlinien des Schwimmbades entsprechend die vorgeschriebene Badebekleidung tragen. Im Hallenbad Buer ist das Tragen eines Burkinis für muslimische Schülerinnen und Schüler gestattet.

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