Vertretungskonzept

Im Schulalltag kommt es immer wieder zu Situationen, in denen der Unterricht nicht wie durch den Stundenplan vorgesehen, stattfinden kann, da z.B. Lehrkräfte an Fortbildungen teilnehmen oder aus anderen dienstlichen Gründen den Unterricht selbst nicht erteilen können. In diesen Fällen geplanter bzw. vorhersehbarer Abwesenheit der Lehrkräfte kommt es zu Vertretungsstunden, in denen andere Lehrpersonen die frei gewordene Stunde füllen sollen. In der Regel erhalten Schülerinnen und Schüler[1] von der Lehrkraft Aufgaben, die in der Abwesenheit bearbeitet werden.

Im Schulalltag tritt ausfallender Unterrichts aber meist spontan auf, da eine Lehrperson erkrankt oder anderweitig kurzfristig verhindert ist. Daher kann nicht immer Material von der Fachlehrerin bzw. dem Fachlehrer zur Bearbeitung durch die SuS bereitgestellt werden. Ist es dann möglich, eine Lehrkraft einzusetzen, die zufällig in derselben Lerngruppe regulär unterrichtet, kann sie ihren Unterricht fortführen. Oft gelingt es der vertretenden Lehrperson auch sehr kurzfristig eine Unterrichtsstunde aus seinem Fachbereich zu konzipieren. Jedoch ist diese Vorgehensweise nicht immer praktikabel und so entstehen frei werdende Zeiten, die nur teilweise sinnstiftend gefüllt werden können. In Phasen hohen Vertretungsaufkommens, beispielsweise wenn die Kursfahrtenwoche stattfindet und viele Lehrpersonen nicht in der Schule anwesend sind, können gehäufte Vertretungsstunden eine Belastungsprobe für SuS wie auch für die vertretenden Lehrpersonen darstellen.

Diese Form der zuvor beschriebenen Vertretungsstunden bietet jedoch auch ein großes Potential für die SuS, ihre Eigenständigkeit durch das selbstgesteuerte Arbeiten an unterschiedlichen Themen aus diversen Fächern zu stärken und ihre fachlichen Kompetenzen und Kenntnisse durch passend aufbereitete Materialien zu wiederholen, zu vertiefen bzw. zu erweitern.

Wenn Unterrichtsausfall absehbar ist, hat die betroffene Lehrkraft dafür Sorge zu tragen, dass die betroffene Lerngruppe in dem Unterrichtsfach sinnstiftend in der ausfallenden Unterrichtszeit arbeiten kann. Notwendige Absprachen sind vorzeitig zu treffen und Materialien bereit zu stellen.

Sollte es nicht möglich sein, dass die SuS in dem ausfallenden Unterrichtsfach arbeiten, übernimmt die vertretende Lehrperson den Unterricht und fährt im  eigenen Fachgebiet fort.

Sollten beide aufgeführten Optionen nicht umgesetzt werden, setzt die im Folgenden dargelegte Konzeption ein. Diese greift in folgenden Fällen:

  • Es gibt keine Aufgaben von der Fachlehrerin bzw. dem Fachlehrer.
  • Die vertretende Lehrkraft unterrichtet nicht in der Klasse.
  • Die vom fehlenden Fachlehrer gegebenen Aufgaben sind bereits erledigt.

Kommt es zu einer Situation, wie oben beschrieben, in der die SuS durch ausfallenden Unterricht "freie Zeit" haben, steht ihnen ein Materialienordner ("Vertretungsordner") zur Verfügung, in dem von den unterschiedlichen Fachschaften erstellte Materialien zur eigenständigen Bearbeitung enthalten sind.

Jeder Schüler und jede Schülerin besitzt einen eigenen, eventuell selbst gestalteten DinA4 Ordner (Breite 50mm, einfache Heftung), in dem die Materialien für die Vertretungsstunden eingeheftet werden. Dieser wird im Klassenschrank verwahrt, sodass er den SuS zu jederzeit zur Verfügung steht. Der Ordner verbleibt also stets in der Schule und wird nicht mit nach Hause genommen. Die Materialien werden zu Beginn des Schuljahres ausgegeben.

Die Klassenlehrerin bzw. der -lehrer übernimmt die Einführung in die Arbeit mit dem Vertretungsordner.

Um unnötige Transportwege des Ordners für die SuS zu vermeiden, sollten die Vertretungsstunden nach Möglichkeit im Klassenraum stattfinden. Gegebenenfalls muss die Vertretungslehrkraft den Rücktransport der Ordner organisieren.

Die SuS nehmen den Vertretungsordner zur Hand und bearbeiten die Materialien. Sie vergleichen die Ergebnisse eigenständig mit den Lösungen und evaluieren abschließend die bearbeiteten Arbeitsblätter. Am Ende der Stunde bringen die SuS die Ordner zurück in den Schrank/in das Regal.

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